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die Rohrer

 



Das Egerland von 1266 bis 1358  Zur Familiengeschichte der Rohrer

Nur drei von den elf Familien aus der ehemaligen Ministerialität konnten sich in der engeren Schicht des regie­renden Patriziats halten, die meisten verarmten und hörten auf, sich am Stadtregiment zu beteiligen. Einer der ehemaligen Ministerialen, Franz von Brand, wird 1390 sogar als völlig unbemittelt aufgeführt.

Ein besonderer Fall sind die Herren von Rohr, ein Ministerialenge­schlecht von der kleinen Burg Rohr bei Wildstein (Skalnä). Das erste be­kannte Familienmitglied erscheint im Jahr 1272132 als Zeuge in den Urkunden der Landgrafen von Leuchtenberg und der Nothaft, 1280 bekleidet er das Amt des Egerer Richters.133 Ein Zweig seiner Nachkommen blieb auf dem Land und bildete das bis ins tiefe 14. Jahrhundert belegbare und bis heute blühende Rittergeschlecht. Der andere Zweig siedelte nach Eger über und reihte sich unter die bedeutenden Patriziergeschlechter ein. Martin Rohrer wird seit 1279134 unter den cives Egrenses angeführt, und Heinrich Rohrer ist im Jahr 1300 schon Mitglied des Stadtrats.135 Im 14. Jahrhundert formen bei­de Zweige ihren Charakter als Adels- beziehungsweise Bürgergeschlecht weiter aus und bieten damit das reinste Beispiel für eine Ministerialenfami­lie, das zwei verschiedene Wege aus dem Zerfall und Niedergang ihrer ur­sprünglichen sozialen Schicht suchte und fand. Es gibt auch andere Beispiele (die Herren von Redwitz, von Oed, von Brand usw. siehe oben), aber dort ging es immer nur um Einzelne und nicht erkennbar um das zielbewußte Vorgehen von zwei Linien eines Geschlechts.

Anmerkung von Joachim Rohrer, Schloss Höchstädt:
Martin Rohrer wird auch in Urkunden Martin de Egra genannt und ist der Gewährsmann als Mitsiegler des Nürnberger Burggrafen, als dieser Wunsiedel erwarb.




131 Die Huler 7 Personen - 67 Pfund; die Heckel 4-112; die Rudsuch 5 - 72; die von Königsberg 4 - 18; die Angel 3 - 12; die von Rohr 3-6; die von Schöba 2-4; Zöllner 1-2; die von Brand 4-4; die von Redwitz l- 1; die von Oed 1-1

132 ME 287

133 ME 341

134 ME 325

135 ME 524




Die Rohrer als Reichsministerialen und ihre Bedeutung als Landadelige


Fundstelle:
aus Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg II. Teil von Illuminatus Wagner, Verlag Laßleben Kallmünz 1950 über die Rohrer Seite 147:
... Am 2. April 1368 ist Erhard von Sparneck, am 3. Januar 1395 Peter Rohrer Amtmann des Landgrafen zu Liebenstein. Siehe Quelle: V.O.,51 S. 26 A.2.
Dieser Peter war der erste Höchstädt Rittergutsbesitzer, auch genannt: derzeit gesessen zu Bernstein. Derselbe Peter führte ab 16. März 1401 auch einen komplizierten Rechtstreit mit der Stad Eger um die Burg
Kinsberg bei Waldsassen. So wie Franz der Brandner (1395) als Patrizier von Eger bedeutungslos wurde, zog sich auch die Familie Rohrer aus der Stadt zurück und belegte lieber Adelssitze auf dem Land, um sich von nun an und bis heute Juncker und Herren zu nennen z.B. Erhard Rorer zu Leuten (Marktleuthen), Burg Neuhaus, Bernstein, Liebenstein, Höchstädt usw., alles um diese Zeit, allerdings schmälerten sie den Einfluss der Stadt Eger, weil sie sich mit ihrem Besitz unter die Lehensoberhoheit anderer mächtiger Territorialherren begaben, weil sie schon immer, bedingt durch ihren Ursitz Rohr bei Nürnberg, diesen Herren schon immer dienten. Es zeigt sich, dass die Rohrer mit als Erste das Egerland schmälerten zu Gunsten ihrer alten Herren.


 


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